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Jota Cromatica wurde Anfang 2014 als Begleitstück zur Sonata ebraica komponiert. Die Jota ist ein spanischer Tanz im Dreiertakt, der vor allem mit den Regionen Aragón und Navarra verbunden ist. In ihrer ursprünglichen Form wurde sie von Instrumenten wie Dudelsack, Gitarre, Tamburin und Kastagnetten begleitet. Auch Franz Liszt schrieb eine berühmte Jota für Klavier. Der Schwerpunkt dieses quasi-virtuosen Konzertstücks liegt auf einem lebhaften und kraftvollen Dialog zwischen den beiden Instrumenten. Dieser entfaltet sich vor einem ständig wechselnden harmonischen Hintergrund, der die nominell zentrale tonale Achse D immer wieder infrage stellt. Eine Einleitung eröffnet das Werk mit einer toccatenartigen, zwischen den Händen alternierenden Figur im Klavier. Nach einem zögernden „Fehlstart“ setzt der Tanz ein, geprägt von markanten Akzenten und sich wiederholenden zweitaktigen Phrasen. Ein zweites Thema wirkt linearer und lyrischer, insbesondere in der Bratschenstimme – hier zeigt sich das „Chromatische“ in der seitlich gleitenden Stimmführung. Die Coda steigert sich schließlich zu einer beinahe hispanischen Ekstase, bevor die einleitende Toccata-Figur im Klavier das Geschehen abrupt stoppt und das Werk unvermittelt zum Abschluss bringt.